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Unternehmer vor Ort

Steinbeis Papier: Recycling mit brillantem Ergebnis

25.03.2013

Von wegen matt grau und mit rauer Oberfläche: Das Recyclingpapier der Steinbeis Papier GmbH aus dem schleswig-holsteinischen Glückstadt präsentiert sich als hochwertiges High-Performance-Produkt mit brillanter Ästhetik und sehr guten Laufeigenschaften.

Ein Bagger räumt einen Papierstapel.

Altpapier ist bei Steinbeis ein Wertstoff mit Zukunft. (Foto: Steinbeis Papier GmbH)

Das traditionsreiche Familienunternehmen ist Vorreiter bei der Produktion von Recyclingpapier. Bereits seit 1976 setzt der Betrieb auf nachhaltige Papierproduktion. Steinbeis hat diesen Trend frühzeitig erkannt und seine Strategie konsequent darauf ausgerichtet. Heute verfügt das Unternehmen über eine der modernsten Anlagen zur Aufbereitung von Altpapier in Europa und produziert mit gut 330 Mitarbeitern 275.000 Tonnen Papier pro Jahr. Der Jahresumsatz liegt bei gut 190 Millionen Euro. In den vergangenen zehn Jahren hat Steinbeis etwa 300 Millionen Euro in neue Anlagen sowie innovative Versorgungs-, Umwelt- und Kreislauftechnologien investiert.

Pionierarbeit in Sachen Altpapier

„In der Umsetzung eines nachhaltigen Geschäftsmodells sahen wir als mittelständisches Unternehmen die Möglichkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern“, sagt Michael Söffge, Geschäftsführer von Steinbeis Papier. „Als eines der ersten Unternehmen in der Papierindustrie dachten wir über die Herstellung grafischer Recyclingpapiere aus 100 Prozent Altpapier nach.“

Damals war das ein technologisch revolutionärer Gedanke. Hohe Investitionen waren nötig, um neue Technologien, Herstellungsverfahren und Produktstandards zu entwickeln. Heute ist die nachhaltige Strategie ein Erfolgsgarant: Steinbeis ist europäischer Marktführer bei der Herstellung grafischer Büro- und Magazinpapiere aus 100 Prozent Altpapier. Das Unternehmen verfügt über eine der modernsten ökologisch integrierten Fabriken in der Papierindustrie und verzeichnet Wachstum in einem wettbewerbsintensiven, eher stagnierenden Markt.

Die strategische Ausrichtung des Glückstädter Papierproduzenten stand in direktem Zusammenhang mit dem Einstieg von Steinbeis & Consorten in die bereits bestehende Fabrik, die damals als Peter Temming AG firmierte. Um in der Folge nicht von den teilweise recht kurzfristigen Reaktionen der Börse beeinflusst zu werden, nahmen die Mehrheitseigentümer das Unternehmen 2001 vom Kapitalmarkt.

Sauberer Prozess

Die Umstellung auf Recyclingpapier bedeutet eine große Veränderung der Produktionsverfahren, denn statt Holz dient nun Altpapier als Rohstoff. Um Recyclingpapier herzustellen, durchläuft Altpapier einen mehrstufigen Reinigungs- und Wideraufbereitungsprozess, in dem die Fasern von papierfremden Bestandteilen gesäubert werden. In der kompletten Herstellung spart Steinbeis gegenüber herkömmlichem Papier aus Frischfasern bis zu 83 Prozent an Wasser, 72 Prozent an Energie und reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 62 Prozent.

Mit moderner Technik werden aus einer Tonne Altpapier etwa 800 Kilogramm neues Papier hergestellt. Die restlichen 20 Prozent werden zu einem großen Teil in einem integrierten Kraftwerk für die Energiegewinnung genutzt. „Mit dem konzerneigenen Kraftwerk haben wir die Weichen gestellt, Energie in großen Mengen selbst und vor allem nachhaltig, also ohne den Einsatz fossiler Energieträger, zu erzeugen“, so Söffge. Die insgesamt etwa 100 Millionen Euro teure Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung erreicht einen sehr hohen Wirkungsgrad von zirka 87 Prozent und trägt damit zu deutlichen Einsparungen beim CO2-Ausstoß bei.

Ziel: eine neutrale Energiebilanz

War der Bau des neuen Kraftwerks bereits ein wichtiger Schritt in Richtung umweltschonende Energiegewinnung, möchte Steinbeis auf diesem Weg noch weiter vorankommen: „Wir verfolgen das Ziel einer unabhängigen und CO2-neutralen Energieerzeugung“, sagt Geschäftsführer Michael Söffge. Das nachhaltige Wirtschaften ist bei Steinbeis eng mit hoher Effizienz verknüpft. „Die Kostenführerschaft ist ein strategischer Grundsatz von uns“, sagt Söffge. Ziel sei es, sämtliche Potenziale der Wertschöpfungskette zu nutzen. Mit diesem Ansatz vereint das Unternehmen erfolgreich zwei Aspekte: ökologisches Handeln und wirtschaftlichen Erfolg.