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08.01.2013

Christine Wolff hat in einer typischen Männerdomäne Karriere gemacht: dem Ingenieurwesen. Heute gehört sie unter anderem dem Aufsichtsrat der Hochtief AG an. Von ihren Erfahrungen berichtete sie auf einer spannenden Veranstaltung der Initiative Frauenförderung der HSH Nordbank. Mit weiteren Expertinnen und Experten diskutierte sie über Diversity Management, Female Factor, Chancengleichheit und Quotenregelung.

Die Hochtief-Aufsichtsrätin Christine Wolff im Gespräch mit Frauke Narjes.

Die Hochtief-Aufsichtsrätin Christine Wolff (rechts) im Gespräch mit Frauke Narjes, Theologin und Coach für Führungskräfte. (Foto: HSH Nordbank)

Für die Bremerhavenerin Christine Wolff hängt das Thema Frauen in Führungspositionen vor allem von der Kultur in Unternehmen ab. Doch „Frauen müssen auch selber was für ihre Karriere tun“, fordert sie. Sich bei Stellenbesetzungen und Gehaltsverhandlungen besser verkaufen und mehr in das Eigenmarketing und die Vernetzung investieren – das sind die wichtigsten Tipps der Expertin. Die Aufsichtsrätin der Hochtief AG hat aber auch eine klare Forderung an das Management: „Eine bessere Integration von Frauen in Führungspostionen, das muss von der Unternehmensspitze gefördert werden.“

Auf der Podiumsdiskussion der Initiative Frauenförderung der HSH Nordbank diskutierten namhafte Expertinnen und ein Experte aus Wirtschaft und Wissenschaft. Neben den Organisatorinnen Sabine Kittner-Schürmann, Gleichstellungsbeauftragte und Aufsichtsrätin bei der HSH Nordbank, und Kaja Wilkniß vom HR-Management der HSH Nordbank nahmen Frauke Narjes, Theologin und Leiterin des Career Centers der Universität Hamburg, sowie der schwedische Ökonom, Unternehmensberater und Wahlhamburger Jan-Eric Kvarnström teil.

Auf dem Podium der Initiative Frauenförderung: Sabine Kittner-Schürmann, Christine Wolff, Jan-Eric Kvarnström, Frauke Narjes und Kaja Wilkniß.

Auf dem Podium der Initiative Frauenförderung (von links nach rechts): Sabine Kittner-Schürmann, Christine Wolff, Jan-Eric Kvarnström, Frauke Narjes und Kaja Wilkniß. (Foto: HSH Nordbank)

Jan-Eric Kvarnström berät – zusammen mit seiner Ehefrau Karin Siegle-Kvarnström – Frauen bei Karrierefragen. Der ehemalige Vorstand der Dresdner Bank spricht auf dem Podium der HSH Nordbank über den Female Factor und fordert Diversity in Teams, Abteilungen und im Management. Nur so sei eine Integration von Frauen in Führungspositionen möglich.

Die Unternehmensorganisation muss sich ändern – ebenso wie die Männer

Die Theologin Frauke Narjes coacht Führungskräfte unter anderem am Career Center der Universität Hamburg. Sie weiß, wie mehr Frauen in Führungspositionen kommen: „Die Organisation in den Unternehmen muss sich ändern ebenso wie die Männer. Die Frauen haben sich schon geändert.“ Deswegen spricht auch sie sich – wie Christine Wolff und Jan-Eric Kvarnström – klar für eine Frauenquote im Management von Unternehmen aus, wenn auch nur, „um den Trend zu brechen und Verständnis zu wecken“.

Seit Januar 2012 läuft bei der HSH Nordbank ein spezielles Programm zum Thema Frauenförderung, bestehend aus den drei Bausteinen Karrieredialoge, Zielgruppenprogramme und Mentoring. Begleitend können Mitarbeiterinnen der Bank Vorträge namhafter Experten besuchen – wie die Podiumsdiskussion zum Jahresabschluss 2012. Das Programm zählt bereits rund 200 Teilnehmerinnen und Unterstützer.