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Positionen

Nachhaltige Immobilien stehen auf der Agenda ganz oben

16.10.2012

In der Immobilienwirtschaft hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen. Nicht nur in Deutschland sind Immobilien, bei denen Aspekte der Nachhaltigkeit explizit beachtet werden, für alle Player auf den Märkten deutlich attraktiver geworden. Diese Entwicklung hat eine Reihe von Gründen und Folgen. Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden der HSH Nordbank befasst sich in einem Gastbeitrag für die „Börsen-Zeitung“ mit dem komplexen Thema. 

Ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit - die im Herbst 2011 bezogene neue Zentrale der SPIEGEL-Gruppe am Rande der Hamburger HafenCity. Investor, Eigentümer und Vermieter des Komplexes ist die Robert Vogel GmbH und Co. KG, der die HSH Nordbank eine Projektfinanzierung in Höhe von mehr als 83,5 Mio. Euro bereitstellte. Das Gebäude entspricht den hohen Ansprüchen des internationalen Labels Green Building und denen des Umweltzeichens in Gold der HafenCity. Auf mehr als 30.000 Quadratmetern Nutzfläche arbeiten rund 1.250 Menschen. (Foto: picture alliance / Bildagentur-online / Ohde)

Megatrend

In Deutschland steigt die Nachfrage der Investoren nach nachhaltigen Immobilien insbesondere an großen Bürostandorten wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München spürbar an. Das hat allerdings nicht nur altruistische Gründe. Die Konsumforschung weist vielmehr seit längerem auf einen generellen Trend zum ethischen Konsum hin - Experten sprechen in diesem Zusammenhang häufig von einem neuen „Megatrend“. Es ist darum nicht verwunderlich, dass diese Entwicklung auch auf die Immobilienwirtschaft durchschlägt.

Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden der HSH Nordbank (Foto: HSH Nordbank AG)

Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden der HSH Nordbank (Foto: HSH Nordbank AG)

Und so sind mittlerweile vor allem die Investmentstorys besonders erfolgreich, die Projekte ganzheitlich verstehen und managen und die so Ökologie, gesellschaftliche Verantwortung und ökonomischen Erfolg gekonnt miteinander verbinden. Richtig verstanden und angegangen, sind Investitionen in nachhaltige Immobilien in den allermeisten Fällen ganz klar Anlagen mit einem deutlich niedrigeren Risiko.

Konsens mit Fragezeichen

Die Beteiligten auf den Immobilienmärkten werden um das Thema Nachhaltigkeit einfach nicht mehr herum kommen. Denn es handelt sich dabei um weit mehr als um eine kurz- oder mittelfristige Modeerscheinung, mit der sich ein paar idealistische Fundamentalisten beschäftigen. Vielmehr haben wir es mit einer unumkehrbaren und sehr manifest gewordenen Entwicklung zu tun, die unübersehbar bereits heute in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist. So zweifelt niemand mehr an der Sinnhaftigkeit nachhaltigen Denkens und Handelns. Es ist ebenfalls unstrittig, dass nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften die Qualität von Gebäuden spürbar steigern und dass sie dadurch marktfähiger werden. Einzig die Frage, wer die damit verbundenen Mehrkosten schultern soll und kann, sorgt für Diskussionen.