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Mit der Managerin des Jahres zurück in der Erfolgsspur

28.02.2012

Die Finanzkrise sorgte bei der Deutz AG für schwere Zeiten. Dass es nun wieder bergauf geht, hat der Motorenhersteller auch Dr. Margarete Haase zu verdanken, die seit 2009 für die Finanzen des Kölner Traditionsunternehmens verantwortlich ist.

Stammsitz der Deutz AG in Köln: Dank mehrerer Sparprogramme ist das Traditionsunternehmen in die Gewinnzone zurückgekehrt. (Foto: DEUTZ AG)

In zwei Jahren feiert der Motorenhersteller Deutz AG sein 150-jähriges Bestehen. Die Stimmung zum Jubiläum wird voraussichtlich gut sein. Das sah bis vor Kurzem nicht unbedingt so aus. Denn als Haase im April 2009 ihr Amt als Vorstand für Finanzen, Personal und Investor Relations antrat, hatten die Auswirkungen der Finanzkrise Deutz voll erwischt.

Doch gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Helmut Leube führte Haase das auf Hightechdieselmotoren für Bau- und Landmaschinen spezialisierte Unternehmen wieder aus dem Tief. „Es ist uns gelungen, unser Unternehmen durch eine konsequente Umsetzung strikter Restrukturierungsmaßnahmen und damit deutlich verbesserter Effizienz wieder auf den Wachstumspfad zu führen“, sagt Haase. Durch Sparprogramme wurden die Fixkosten um einen dreistelligen Millionenbetrag gemindert.

Die Zahlen stimmen

Zugute kamen der 59-Jährigen dabei auch die Erfahrungen, die sie in 20 Jahren beim Daimler-Konzern sammeln konnte, zuletzt als Mitglied des Vorstands der Daimler Financial Services AG in Berlin. Dank der Umstrukturierungen steht die Deutz AG mit ihren mehr als 4.000 Mitarbeitern mittlerweile wieder gut da. Der Umsatz konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs um ein Drittel gesteigert werden, das Unternehmen ist darüber hinaus in die Gewinnzone zurückgekehrt.

„Für einen eventuellen Abschwung sind wir gerüstet, die Entwicklung im Markt stimmt uns jedoch optimistisch“, sagt Margarete Haase.

Managerin des Jahres

Belohnt wurde Haase dafür gleich doppelt. Zum einen erhielt die gebürtige Österreicherin kürzlich die Auszeichnung „Managerin des Jahres 2011“. „Margarete Haase ist der beste Beweis dafür, dass Frauen auch in männerdominierten Industriezweigen und in Kernressorts wie Finanzen inzwischen unverzichtbar sind“, hieß es in der Laudatio zu dem Preis, der jährlich von der Zeitung Financial Times Deutschland ausgelobt wird. Zum anderen stieg Deutz wieder in den für Investoren wichtigen Börsenindex MDax auf, den das Unternehmen 2008 verlassen musste.

Operative Exzellenz

Grund genug, möglichen weiteren Konjunkturkrisen künftig gelassen entgegensehen zu können: „Für einen eventuellen Abschwung sind wir gerüstet, die Entwicklung im Markt stimmt uns jedoch optimistisch“, so die Finanzexpertin. Doch die Umstrukturierungen sind damit noch nicht abgeschlossen. „Die nächsten Jahre stehen für uns ganz deutlich unter drei Prämissen: profitables Wachstum, die Entwicklung technologisch führender Produkte und operative Exzellenz“, sagt Haase.

Asien im Blick

Dazu gehört auch der Wachstumsmarkt China. „Wir haben dort erst im Januar die Verträge für unser drittes Joint Venture unterzeichnet und sind mehr als überzeugt, hiermit einen weiteren erfolgreichen Schritt im asiatischen Markt unternommen zu haben und unsere dortige Präsenz auch in Zukunft weiter stärken zu können“, sagt Haase. Und mit Asien kennt sich die Managerin schließlich aus – ihre Dissertation schrieb Haase über die „Entstehungsursachen des japanischen Managementsystems“.