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30.01.2012

Die Ausmaße sind gigantisch: Auf einer Fläche, die mehr als 300 Fußballfelder fassen würde, speisen die Anlagen des Solarkraftwerks Eggebek seit wenigen Tagen Strom in das norddeutsche Versorgungsnetz ein.

Fotovoltaikanlage: Das Solarkraftwerk in Eggebek kann 100.000 Menschen mit Energie versorgen. (Foto: Picture-Alliance/KEYSTONE)

Auf dem ehemaligen NATO-Flugplatz, 20 Kilometer südlich von Flensburg, ist auf der Fläche von 160 Hektar eine der weltweit größten Fotovoltaikanlagen entstanden. Die HSH Nordbank hat das Kraftwerk mit einem Kreditvolumen in Höhe von knapp 100 Millionen Euro für die Aquila Capital finanziert. Das Solarkraftwerk verfügt über eine installierte Leistung von insgesamt 84 Megawatt Peak (MWp) Spitzenleistung und kann bis zu 100.000 Personen mit klimafreundlicher Solarenergie versorgen.

Bürger protestierten gegen geplanten Windpark

Rund fünf Jahre hat es gedauert, bis auf dem Gelände des früheren Marinefliegergeschwaders 2 eine der derzeit weltweit leistungsstärksten Freiflächen-Fotovoltaikanlagen ihren Betrieb starten konnte. Denn die Planung lautete anders: Ursprünglich sollte ein Windpark auf dem insgesamt 430 Hektar großen Areal entstehen. Doch heftiger Bürgerprotest stoppte dieses Projekt. Die Akzeptanz der Eggebeker für das Solarkraftwerk hingegen war von Anfang an wesentlich größer. Ein Kompromiss – auch die Kirche musste als Mediator in den Streit eingreifen – sieht nun vor, dass nur eine rund 150 Meter hohe Windkraftanlage auf dem alten Fluggelände entsteht. Sie wird als Forschungs- und Testwindkraftanlage der Fachhochschule (FH) Flensburg eingesetzt. Die FH möchte unter anderem erforschen, wie sich der Betrieb des Solar- auf das nebenanliegende Windkraftwerk auswirkt. Zwei weitere Windräder – ebenfalls unter Leitung der FH – in der benachbarten Gemeinde Wanderup sollen zudem Tests für Windkraftanlagen der Offshore-Technologie an Land ermöglichen.

Technologiepark in Planung

Darüber hinaus ist ein 67 Hektar großer Energie- und Technologiepark auf dem südlichen Teil des riesigen Geländes geplant – das Genehmigungsverfahren ist bereits abgeschlossen. Ziel des Kieler Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr ist es, hier in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Branchen der erneuerbaren Energien (Wind, Sonne, Biomasse) ein für das Land Schleswig-Holstein „beispielhaftes Leuchtturmprojekt im Bereich der regenerativen Energieerzeugung aufzubauen“. Eggebeks Bürgermeister Reinhard Breidenbach jedenfalls hofft, dass künftig auch wieder junge Menschen in die Gemeinde Eggebek mit ihren rund 2.500 Einwohnern ziehen. „Dabei setze ich auch auf die Anziehungskraft des Forschungsprojekts der Fachhochschule Flensburg“, meint Breidenbach.